Degenerative Demenzen sind durch eine fortschreitende Abnahme des geistigen und praktischen Leistungsvermögens gekennzeichnet. Soziale und alltägliche Fähigkeiten werden zunehmend eingeschränkt. Die häufigsten zugrunde liegenden Krankheiten sind die Alzheimer-Erkrankung und die frontotemporalen Demenzen.
Aktuell leiden etwa 1 Million Patienten in Deutschland an einer Demenz, jährlich treten zirka 200.000 Neuerkrankungen auf. Degenerative Demenzen beginnen meist mit Gedächtnisproblemen und führen in Spätstadien zur dauerhaften Pflegebedürftigkeit. Die zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden können die fortschreitenden Krankheitsprozesse bestenfalls verzögern, nicht aber aufhalten oder gar rückgängig machen. Daher muss die Entwicklung neuer Ansatzpunkte für Prävention und Therapie und deren Transfer zum Patienten ein zentrales, gesamtgesellschaftliches Anliegen sein. Ebenso ist die Bereitstellung der besten Behandlungs- und Pflegemöglichkeiten unter den heutigen Bedingungen ein vordringliches Ziel.
Aufbauend auf den Erfahrungen mit den früheren „Medizinischen Kompetenznetzen“, beginnt das BMBF nun mit der Förderung von national angelegten „Krankheitsbezogenen Kompetenznetzen“. Das neue bundesweite Kompetenznetz Degenerative Demenzen (KNDD) soll in den kommenden zwölf Jahren mit rund 50 Millionen Euro gefördert werden. Es ist das erste geförderte Projekt in diesem neuen Programm.
Das KNDD umfaßt drei Verbundanträge. Die drei Verbünde decken die Bereiche Ätiopathogeneseforschung, experimentelle präklinische Therapieforschung und Epidemiologie/Versorgungsforschung ab. Damit ist ein inhaltlich weit gespanntes Forschungsnetz entstanden, in dem Neurologen, Psychiater, Biochemiker, Chemiker, Biologen, Physiker, Ingenieure, Neuropathologen, Allgemeinmediziner, Psychologen und Biometriker aus Universitäten, Universitätskliniken, Max-Planck-Instituten und Helmholtz-Zentren interdisziplinär zusammenarbeiten. Die Kombination der Kompetenzen und die Vernetzung grundlagenorientierter und klinischer Forschung birgt ein hohes Potenzial zur effizienten Entwicklung und Validierung neuer Therapieansätze und diagnostischer Methoden.