Alzheimer Demenz und Frontotemporale Demenzen (FTD) sind die häufigsten degenerativen Demenzen. Bislang gibt es keine Medikamente, die das Fortschreiten aufhalten können. Beide Erkrankungen sind durch Proteinablagerungen im Hirngewebe charakterisiert.
Bei der Alzheimer Demenz bestehen die extrazellulären Amyloid-Plaques vor allem aus polymerisierten ß-Amyloid-Peptiden und die intrazellulären Neurofibrillenbündel aus dem Mikrotubulus-assoziierten Protein Tau.
Bei der Frontotemporalen Lobärdegeneration mit ubiquitinpositiven Einschlüssen (FTLD-U) findet man TDP-43 als dominierendes Protein in den Einschlüssen.
Im Verbund “Aggregation und Degeneration“ untersuchen jeweils mehrere international ausgewiesene Wissenschaftler interdisziplinär in vier Forschungsprojekten („Research Alliances“; RA I bis RA IV) mit Unterstützung von fünf zentralen Plattformen („Core Units“; C 1 bis C 5)
Speziell betrachtet wird die Initiierung, Begünstigung und Modulation der Proteinaggregation, sowie der Übergang von Vorläufern zu aggregierten Peptiden und Proteinen.
Dazu werden verschiedene Modellsysteme benutzt: primäre Zellkulturen, Zebrafisch, Fruchtfliege (Drosophila) und transgene Mäuse. In den Modellsystemen sollen auch genetische und pharmakologische Screens für neue Behandlungsansätze durchgeführt und dann identifizierte Kandidaten getestet und validiert werden.
Zur Wirksamkeitsprüfung dieser Behandlungsansätze im Rahmen späterer klinischer Studien am Menschen werden Biomarker etabliert, die eine Verlaufsbeobachtung von Proteinaggregaten und inflammatorischen Prozessen ermöglichen, z.B. per PET und per in vivo Mehrphotonen-Bildgebung.