AgeCoDe-Kohorte

PI: W. Maier, Bonn; H. van den Bussche, Hamburg; H. H. Abholz, Düsseldorf; S. Riedel-Heller, Leipzig, H. Bicker, München; S. Weyerer, Mannheim

Die AgeCoDe-Kohorte gehört zu den international größten prospektiven Stichproben der Altenbevölkerung (über 75 Jahre) und ist unter diesen die größte versorgungsbasierte Stichprobe. Die Kohorte wurde 2001–2003 im Rahmen einer früheren BMBF-Förderung (ausgelaufenes Kompetenznetz Demenzen) als repräsentative Stichprobe von Patienten ohne Demenz in Hausarztpraxen an 6 Standorten in Deutschland (Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Mannheim, München) rekrutiert; sie umfasste zur Indexuntersuchung n = 3.380 Personen. Da ca. 90% der älteren Personen (soweit nicht in Heimen wohnend) regelmäßig einen Allgemeinarzt aufsuchen, ist die Stichprobe auch approximativ repräsentativ für die initial nicht an Demenz erkrankte Allgemeinbevölkerung in dieser Altersgruppe. Sie wurde initial und zur weiteren Verlaufuntersuchungen im Abstand von jeweils 1,5 Jahren bzgl. Gedächtnis und anderer geistiger Fähigkeiten, klinischen Krankheitsdiagnosen und potentieller Risiko- und Schutzfaktoren untersucht. Die Gewinnung der Stichprobe über Hausarztpraxen ermöglicht zusätzlich auch den Zugang zu den Diagnosen und der Einschätzung des Hausarztes – ein wesentlicher Vorteil gegenüber Stichproben, die unmittelbar in der Bevölkerung gezogen werden. Die auf Ablehnung zurückzuführende Verlustrate ist ungewöhnlich niedrig.

Im Kompetenznetz Degenerative Demenzen finden im 1,5-jährigen Abständen die AgeCoDe-Kohorte weiter fortgeführt und zwar zunächst mit der 3. und 4. Verlaufsuntersuchung. Zusätzlich werden zeitlich engmaschige halbjährliche Untersuchungen bei Erkrankten und Personen mit Gedächtniseinschränkungen vorgenommen, um die Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufes, die ärztlichen und die pflegerischen Versorgungsleistungen sowie deren Kosten zu erfassen. Blutentnahmen dienen der Entwicklung von Biomarkern.