Das Kardinalsymptom der Alzheimer-Erkrankung sind Störungen des Gedächtnisses und kognitiver Funktionen, welche durch die Degeneration von Nervenzellen im Gehirn verursacht werden. Zurzeit gibt es keine Verfahren zur Früherkennung der Alzheimer-Erkrankung, und eine zuverlässige Diagnose kann erst durch neuropsychologische Testverfahren nach dem Auftreten von kognitiven Störungen gestellt werden. Bei diesen Patienten sind jedoch bereits massive Schädigungen im Gehirn aufgetreten. Es ist daher wahrscheinlich, dass durch eine therapeutische Intervention zu diesem Zeitpunkt allenfalls eine Stabilisierung aber keine Heilung der Patienten erreicht werden kann. Daher ist der Ansatz der Krankheitsprävention insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen zu bevorzugen.
Umfangreiche epidemiologische Studien haben gezeigt, dass eine Langzeiteinnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika (non-steroidal anti-inflammatory drugs; NSAIDs) das Erkrankungsrisiko verringert und den Beginn einer Alzheimer-Erkrankung bedeutsam verzögern kann. Die molekularen Mechanismen sind jedoch bisher nicht verstanden. Als Erklärungen werden diskutiert:
In einem interdisziplinären Verbund verfolgen Biologen, Chemiker und Mediziner in vier Teilprojekten das gemeinsame Ziel die Mechanismen der präventiven Wirkung von NSAIDs bei der Alzheimer-Erkrankung aufzuklären. Weiterhin werden mit auf die Entwicklung von Medikamenten ausgerichteten chemischen Methoden ( Medizinalchemie ) neue NSAID-ähnliche Moleküle mit optimierten pharmakologischen Eigenschaften synthetisiert, und auf einer tierexperimentellen Plattform zur Prävention der Alzheimer-Erkrankung getestet.