Das KNDD

Über das KNDD

Degenerative Demenzen

Degenerative Demenzen sind durch eine fortschreitende Abnahme des geistigen und praktischen Leistungsvermögens gekennzeichnet. Soziale und alltägliche Fähigkeiten werden zunehmend eingeschränkt. Die häufigsten zugrunde liegenden Krankheiten sind die Alzheimer-Erkrankung und die frontotemporalen Demenzen.
Aktuell leiden mehr als 1 Million Menschen in Deutschland an einer Demenz, jährlich treten zirka 200.000 Neuerkrankungen auf. Degenerative Demenzen beginnen meist mit Gedächtnisproblemen und führen in Spätstadien zur dauerhaften Pflegebedürftigkeit. In den nächsten 40 Jahren wird sich diese Zahl vergrößern. Die zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden können die fortschreitenden Krankheitsprozesse bestenfalls verzögern, nicht aber aufhalten oder gar rückgängig machen. Daher muss die Entwicklung neuer Ansatzpunkte für Prävention und Therapie und deren Transfer zum Patienten ein zentrales, gesamtgesellschaftliches Anliegen sein. Ebenso ist die Bereitstellung der besten Behandlungs- und Pflegemöglichkeiten unter den heutigen Bedingungen ein vordringliches Ziel.

Kompetenznetz Degenerative Demenzen (KNDD)

Das Kompetenznetz Degenerative Demenzen ist ein Netzwerk von Forschungsprogrammen zu neurodegenerativen Erkrankungen, die zu Demenzen führen. Dabei werden Ursachen und Risikofaktoren, Entstehung und Entwicklung, Verlauf und Folgen, Vorbeugung und Therapie untersucht. Besonderer Schwerpunkt ist die Entwicklung und Prüfung neuer Ansatzpunkte für eine bessere Behandlung und Vorbeugung dieser Krankheiten.

Das Kompetenznetz und seine Forschungsverbünde beruht auf einer Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) Förderkennzeichen: Infrastruktur-Projekt: 01GI1112, Verbund Epidemiologie: (01GI0710-716, Verbund Amyloid: 01GI1004A-H, Verbund FTD: 01GI1005-A-E, Verbund FTLD: 01GI1007A-B, Verbund Parkinson: 01GI1008A-C, Verbund Myeloid: 01GI1009A-B, Verbund rpAD: 01GI1010A-C, Verbund Intervention: 01GI1011A-B. Es wurde von 2008 – 2011 in ein einer 1. und seit 2011 in einer 2. Förderphase durch den Bund mit Sach-, Personal und Infrastruktur unterstützt.

Das KNDD besteht aus 8 Forschungsverbünden, die wiederum in Projekte zu spezifischen Fragestellungen unterteilt sind. Die Verbünde decken die Bereiche Ursachen –und Pathogeneseforschung, experimentelle präklinische Therapie- und Präventionsforschung, Epidemiologie und Versorgungsforschung ab.

Damit ist ein inhaltlich weit gespanntes Forschungsnetz entstanden, in dem Neurologen, Psychiater, Biochemiker, Chemiker, Biologen, Physiker, Ingenieure, Neuropathologen, Allgemeinmediziner, Psychologen und Biometriker aus Universitäten, Universitätskliniken, Max-Planck-Instituten und Helmholtz-Zentren interdisziplinär zusammenarbeiten. Die Kombination der Kompetenzen und die Vernetzung grundlagenorientierter und klinischer Forschung birgt ein hohes Potenzial zur effizienten Entwicklung und Validierung neuer Therapieansätze und diagnostischer Methoden.

Ziele des KNDD

  • Gewinnung neuer Erkenntnisse über die Entstehung degenerativer Demenzen
  • Entwicklung und Erforschung wirksamerer Therapieansätze
  • Verbesserung der hausärztlichen Versorgung von dementiell erkrankten Menschen
  • Information der Öffentlichkeit und des Fachpublikums über Forschungsergebnisse
  • Information für Ärzte, Therapeuten und Studenten zu Krankheitsbildern, Pathologie, Diagnostik und Therapien
  • Fortbildungsveranstaltungen für Nachwuchswissenschaftler (Winter Schools)
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses durch Stipendien (Austauschprogramm)
  • Kostenanalyse der pflegerischen und medizinischen Versorgung von Demenzen
  • Bedarfsanalyse bei dementiell erkrankten Menschen am Lebensende